Erste Delegiertenversammlung des neuen Unterverbands Administration und Services (AS)

Start gelungen – Aufbau geht weiter

Nach fünf Monaten AS zog Zentralpräsident Peter Käppler am 4. Juni in Olten vor 37 Delegierten und 9 Gästen eine positive erste Bilanz: Die Unterverbands- und Sektionsgremien funktionieren, die Branchen haben sich konstituiert und das Werben und Organisieren wird aktiv angepackt.

Mit zurzeit rund 5330 Mitgliedern ist der AS hinter dem VPT und dem PV der grösste Unterverband des SEV und hat Mitglieder in allen Divisionen der SBB, womit ihn alle personalrelevanten Projekte der grössten Schweizer Bahn beschäftigen. «Entsprechend war der AS von seinem ersten Tag an durch gewerkschaftliche Geschäfte stark gefordert», berichtete Peter Käppler, «es ist viel passiert» – von den GAV-Verhandlungen über diverse Reorganisationen bis zur Mitgliederbetreuung, z. B. wegen fragwürdiger Ziele bei der Personalbeurteilung. «Dank guter Vorarbeit waren unsere Strukturen von Anfang an vorhanden und haben funktioniert», lobte der Zentralpräsident. Die Sektionsverantwortlichen seien da gewesen, wenn man sie brauchte. «Auch die Branchen kommen langsam in die Gänge.» Alle Sektionen hätten dazu beigetragen, dass seit Anfang Jahr gegen 100 Mitglieder geworben wurden. Das genüge jedoch nicht, warnte Käppler: «Damit können wir die Austritte aus dem Verkehrsdienst und sonstige Mutationen kompensieren, aber nicht die Pensionierungen, wir müssen mehr Mitglieder werben!»

Aktive Sektionen

Diesen Befund bestätigte SEV-Sektionscoach Elena Obreschkow. Ziel müsse es sein, den Organisationsgrad zu halten oder, besser, zu erhöhen. Dabei spielten die Sektionen und Vertrauensleute die entscheidende Rolle, und sie seien diese Aufgabe in den letzten Monaten «erstaunlich gut» angegangen. Zum Beispiel waren AS-Leute in der Betriebszentrale Ost mit Kaffee, Gipfeli und einem Wettbewerb präsent. Oder an Garderobekästen wurden SEV-Grüsse mit Schoggi angebracht. Geplant sind auch frauenspezifische Werbeaktionen an diversen Orten sowie Veranstaltungen für neue und bisherige Vertrauensleute mit geselligem Teil. Ein Handbuch für Gewerkschaftsarbeit können Mitglieder unter http://as-online.ch herunterladen.

Im statutarischen DV-Teil meldeten GPK-Leute der fusionierten Unterverbände SBV und VPV, dass deren Vermögen korrekt in die AS-Kasse flossen. Gewählt wurden die AS-Delegierten für die SEV-GAV-Konferenz ab September 2014 sowie als AS-Vertreter bei der Ferienhausgenossenschaft der Eisenbahner AS-Zentralkassier Alois Bucher und als AS-GPK-Ersatzmitglied Jean-Pierre Isabella.  Fi

Gewerkschaftliche Themen

Die Verantwortlichen der sechs AS-Branchen gingen u. a. auf folgende Themen ein:

  • Personenverkehr: Projekt New Rida sowie beim Verkauf die fehlende oder ungleich gehandhabte Zeit für Nebenarbeiten, die Ergonomie der neuen Schalter und Fragen der Sicherheit am Schalter.
  • Infrastruktur: die geplanten Sparmassnahmen bei Instandhaltung wegen Geldmangels, der Wechsel der Rangierbahnhöfe Limmattal und Lausanne Triage zu Cargo und auch die knappe Zeit für Nebenarbeiten.
  • G Cargo: Eine grosse «Kiste» wird der Anfang 2015 geplante Umzug von Basel nach Olten; dass das Personal von Cargo für das positive Ergebnis 2013 mit einer Prämie und Teamanlässen belohnt wurde, war erfreulich, nicht aber, dass es bei Cargo International leer ausging, obwohl die Tochterfirma als Kundin zur «schwarzen Null» der Mutterfirma beitrug.
  • Konzernbereiche und Immobilien: Nachdem in Zürich die Westlink-Büros schon bezogen wurden, steht in Bern die Konzentration im Wankdorf an. Der AS organisiert dazu am 2. Juli in Bern (Hotel Bern, 16.30 bis 18.30 Uhr) die Infoveranstaltung «Multispace – Desksharing: Fluch oder Segen?»
  • Securitrans: Dass SBB Infrastruktur spart, führt zu fehlender Auslastung; bei gesundheitlichen Problemen ist man nach drei Monaten «fort».
  • Branche Kader: Burnouts häufen sich, vielen Hochschulabgänger/innen fehlt die Führungspraxis. Der AS organisiert im Herbst Veranstaltungen zum Thema Jobbelastung.

Wenn die Personalbeurteilung fragwürdig ist: sich wehren!

René Windlin vom Rechtsschutzteam berichtete, dass der SEV zur letzten Personalbeurteilung besonders viele Klagen von Mitgliedern erhalten hat. Oft wurden Ziele vereinbart, die man individuell gar nicht steuern kann, etwa zur Zugpünktlichkeit. Ein Delegierter nannte das Beispiel, dass Ende Jahr das Arbeitszeitkonto «auf Null» sein musste, obwohl die Arbeitslast Mehrzeit nötig machte und obwohl der GAV eine Bandbreite von +75 und -30 Stunden vorschreibt. «Das ist GAV-widrig, zumindest darf ein solches Ziel nicht lohnrelevant sein», hielt René Windlin fest. Leider sei es Tatsache, dass das Zweitgespräch mit dem höheren Vorgesetzten (der den direkten Vorgesetzten in der Regel unterstütze) meist noch mehr Frust bringe. «Dennoch muss man sich gegen Fehlbeurteilungen immer wehren, da diese sonst als anerkannt gelten!»

SEV-Präsident Giorgio Tuti betonte u. a. die Wichtigkeit des AS und seines Organisationsgrads, und SEV-Vizepräsident Manuel Avallone informierte über die GAV-Verhandlungen.

Impressionen von der DV

Fotos: Markus Fischer, SEV

 

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