AS Delegiertenversammlung

Aufbau der «Peko 2020» ist lanciert

Neben den statutarischen Traktanden und den Semesterberichten von Zentralpräsident, Branchen und Sektionen war an der AS-Delegiertenversammlung vom 22. Oktober im Hotel Arte in Olten die Personalkommission der thematische Schwerpunkt: Welche Änderungen haben SBB und Gewerkschaften Mitte 2017 vereinbart? Und wie werden diese umgesetzt?

Pius Steffen, Vizepräsident der Peko Infrastruktur und Mitarbeiter der Betriebszentrale Ost, zeigte auf, wie sich die Peko per 1. Januar 2020 neu konstituieren will.

Von der Pyramide zum Diamant

Die Peko Konzern will in den nächsten Wochen ein Organisationshandbuch ausarbeiten und dabei die heutigen Peko-Mitglieder, die bis Ende 2019 weiter im Amt bleiben, einbeziehen, um von ihrer Erfahrung zu profitieren. Die Divisions-Peko diskutieren darüber an ihren Plenarsitzungen, die Präsidentinnen und Präsidenten aller Peko an ihrer Konferenz vom 8. November.

Hauptziel der Strukturänderung ist, dass die Mitwirkung vor allem in der Fläche stattfinden soll. Deshalb werden Mittel von den Divisions- in die Flächen-Peko verschoben. «Die bisherige Pyramide mit der Peko Konzern zuoberst, den Divisions-Peko darunter und den Flächen-Peko zuunterst wird auf den Kopf gestellt», erklärte Pius Steffen. Bildlich werde die Peko ein Diamant: mit den Flächen-Peko oben als Krone, den Divisions-Peko als «Gürtel» und der Konzern-Peko sowie den Fachbereichen als unterer Teil (Pavillon). Für eine gute, effiziente Peko-Arbeit sei ein enges Zusammenspiel aller Peko und Fachbereiche nötig. «Wir müssen das Ohrmarkendenken ablegen.» Wichtig sei Klarheit bezüglich Eingangstoren und Zuteilung der Geschäfte.

Die Koordination und Vernetzung zwischen Peko und Gewerkschaft sei ebenfalls sehr wichtig und ausbaufähig, betonte AS-Zentralpräsident Peter Käppler.

Die neue Peko hat mit 242 Sitzen weniger Mitglieder als heute, doch ihr Zeitbudget ist insgesamt etwa gleich gross, indem jedem Sitz theoretisch 23 Arbeitstage zustehen. In der Praxis jedoch wird das Zeitbudget des einzelnen Peko-Mitglieds auf seine Aufgaben abgestimmt. «Idealerweise gehört ein Divisions-Peko-Mitglied auch einer Flächen-Peko an und arbeitet allenfalls in einem Fachbereich mit, oder in der Konzern-Peko», erklärte Pius Steffen. Das gesamte Peko-Pensum darf aber höchstens 50% des Beschäftigungsgrades betragen.

Neu sind sechs Fachbereiche fest definiert: Arbeitszeit, Umsetzung Zulagen, Personalentwicklung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (AS/GS), Arbeitsplatz und Arbeitsmittel, Diversity. Sie umfassen je nur noch 3 bis 7 Mitglieder, bisher waren es in der Regel viel mehr, z.B. 27 für AS/GS. Für die Fachbereiche ist nicht separat Zeit budgetiert, sondern die 242 mal 23 Arbeitstage müssen auch dafür genügen.

Ein Delegierter kritisierte, das Zeitbudget der neuen Peko sei kleiner, weil Sitzungen, zu denen die SBB lädt, neu nicht mehr als Arbeitszeit, sondern als Peko-Zeit abgerechnet werden müssen, wie auch die Reisezeiten zu Plenarsitzungen der Divisions-Peko. Ein anderer bedauerte das Verbot, Peko-Zeit über die Divisionsgrenzen auszutauschen: Das erschwere pragmatische Lösungen und fördere das «Ohrmarkendenken».

Von der Trauer zur Akzeptanz

Pius Steffen räumte ein, dass die Neuregelung Schwachpunkte hat. Darum habe auch er eine «Trauerphase» durchgemacht. Nun aber gelte es das Beschlossene zu akzeptieren und daraus das Beste zu machen.

Im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen 2019 wurden die Anforderungen an Peko-Mitglieder diskutiert: Am wichtigsten sei der Wille und Mut, sich für die Arbeitskolleg/innen einzusetzen, bei diesen etwas abzuholen und es bei der SBB einzubringen, wurde betont. Alles andere sei letztlich lernbar: gute Kommunikationsfähigkeit, Verhandlungsgeschick, Überzeugungskraft, Belastbarkeit, IT-Kenntnisse usw.

Markus Fischer

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