AS Sektion Bern: Frühjahrsversammlung vom 15. Mai 2019

Genau 50 Mitglieder konnte Manfred Schaffer an der Frühjahrsversammlung begrüssen. Die Sektionsgeschäfte gaben nicht zu Reden und waren schnell abgehakt. Wahlen waren keine vorzunehmen: Rolf Feier präsentierte zwar zum letzten Mal die Sektionsrechnung, seine Nachfolgerin als Sektionskassierin, Corinne Lussi, wurde aber bereits letztes Jahr gewählt. Allerdings würden wir uns über Verstärkung im Vorstand sehr freuen, wir sind immer noch auf der Suche nach zwei Beisitzer*innen …

Uns fällt die Ehre zu, die erste Veranstaltung der Jubiläums-Bustour durchzuführen. Diese wird am 05. Juni, also direkt nach dem Kongress, auf dem Rosalie-Wenger-Platz vor der SBB-Generaldirektion stattfinden. Für Verpflegung ist mit Suppe und Spatz aus der Gulaschkanone gesorgt, Mit-Helfer werden noch gesucht, bitte bei Manfred Schaffer melden!

Peter Käppler beleuchtete die gewerkschaftlichen Fragen und Aktivitäten, über die auch in der SEV-Zeitung laufend geschrieben und berichtet wird.

Gastreferentin Tamara Funiciello (Noch-Präsidentin der JUSO, Vize-Präsidentin der SP Schweiz, Grossrätin des Kt. BE und aktuell Kandidatin des Gewerkschaftsbundes des Kt. BE für die Nationalratswahlen im Herbst 2019) zeigte in einen spanndenden Referat auf, wie die JUSO funktioniert. Trotz nur 3700 Mitgliedern und ca 1% Wähler*innenanteil ist sie initiativ- und referendumsfähig und hat dies schon verschiedene Male unter Beweis gestellt, zum Beispiel mit der 1:12-Initiative. Da die wirtschaftlichen Mittel aber begrenzt sind, muss sie provozieren, um gehört zu werden. Ohne Lärm kann sie nicht auf Missstände aufmerksam machen. Aktuell ist die 99%-Initiative: In der Schweiz besitzt das reichste 1% der Bevölkerung 41,9% der steuerbaren privaten Reinvermögen! Mit der 99%-Initiative will die JUSO die Kapitaleinkommen 1,5 x so stark besteuern, wie die Arbeitseinkommen (Löhne). In der Schweiz werden zur Zeit die Löhne stärker besteuert, als Dividenden und andere Kapitaleinkommen, was die JUSO ändern möchte, insbesondere auch da sich die Schere zwischen den niederigen und hohen Löhnen weiter öffnet. Mit den Mehreinnahmen sollen Tieflöhne entlastet und /oder Leistungen (Service Public!) zugunsten von Unter- und Mittelschicht bezahlt werden. Weitere Ideen und Projekte sind die einer allgemeinen Grundversicherung, Ausbau des Service Public oder eine Arbeitszeitverkürzung. Ziele, die sie in der Vergangenheit erreicht haben, ist etwa der Beitritt der CH zum Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt , der sogenannten Istanbul-Konvention, oder in der Stadt Bern z.B. billigere Hot-Dogs für alle. Für Tamara ist klar: es braucht einen langen Atem, Wunder darf man keine erwarten, der Erfolg manifestiert sich nicht in der gewonnenen Abstimmung sondern auch im Mitgliederzuwachs; aber: steten Tropfen höhlt auch hier den Stein! ― Abgerundet wurde das spannende Referat durch die obligate Fragerunde.

Zum Ausklang der Versammlung traf man sich in ungezwungener Weise beim reichhaltigen Stehbuffet wo die angefangenen Diskussionen fortgesetzt wurden…

Bericht: Mathias Schmid

Fotos: Joel Jufer

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