| Aktuell / SEV Zeitung

Jahresbericht Branche Personenverkehr 2025

Jahresbericht 2025

Branche Personenverkehr – Jahresbericht 2025

Wir starteten mit personellen Veränderungen ins Jahr 2025.
Die Leitung der Branche P übernahm Erich Habegger und gleichzeitig wurde René Näf der neue Protokollführer. Beide sind Mitglieder der Sektion AS Ost.
Im Gremium gab es keine Veränderungen, die zehn Mitglieder bleiben weiterhin aktiv in der Branche P tätig.

Wir hatten 4 Sitzungen geplant und konnten uns im März, Mai und September treffen. Die Sitzung im November mussten wir mangels finanzieller Ressourcen ausfallen lassen.

An allen Sitzungen nahmen auch der Zentralpräsident AS sowie René Zürcher, der Gewerkschaftssekretär SEV, teil.

Im Mai führten wir unsere Sitzung im Regionalsekretariat SEV in Zürich durch. Dies war der letzte Einsatz von unserem Zentralpräsidenten AS Peter Käppler in der Branche P. Mitte Jahr startete er in den Ruhestand.

Im September konnten wir dann Andreas Lüdin, unseren neuen Zentralpräsidenten AS, in unserer Runde begrüssen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde befassten wir uns gleich mit den Zukunftsfragen. Struktur, Digitalisierung, Themen, Termine, Sitzungen online?

 

Im Sommer 2025 wurde für die Transportpolizei der neue Stützpunkt in Winterthur eingerichtet. Das ist erfreulich und bringt eine Stärkung Richtung Osten. Aus Personalmangel kann leider die Besetzung nicht gewährleistet werden. 

Es ist zudem Tatsache, bei der TPO für das Jahr 2026 CHF 750’000.00 einzusparen. Dies bedeutet nicht weniger Lohn pro Frontmitarbeiter, sondern dringend nötige Erneuerungen und Verbesserungen der Ausrüstung werden verzögert. 

Einige Zahlen aus dem 2024 zeigen, dass die TPO die Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Verkehr gewährleistet:

198’293 geführte Gespräche in der TPO Einsatzleitzentrale

33’583 Identitätsabklärungen

2’561 Personen Übergabe an die örtliche Polizei

792 Festnahmen infolge RIPOL Ausschreibungen

Die verbalen und tätlichen Übergriffe auf das öV Personal nimmt zu und im Jahr 2025 wurden über 7000 Strafanzeigen eingereicht.

Bei RIDA / Services hat sich da BeHiG gut eingespielt und die Kundenassistenten machen einen guten Job mit der Begleitung von Personen mit eingeschränkter Mobilität.
Die modernisierten Schliessfächer werden nun durch die Mitarbeiter der Reisezentren betreut und unsere Kunden mit Hilfestellungen unterstützt. Anfängliche Schwierigkeiten sind beseitigt worden.
Die Billettautomaten werden mit einer Ersatzlösung bis 2035 bestehen bleiben. Jedoch sind und werden diverse Automaten – vor allem auf den Perrons – aus Sicherheitsgründen zurückgebaut.
Nach mehreren Ereignissen in Reisezentren hat die SBB fast den gesamten Bestand der Geldausgabeautomaten ausser Betrieb genommen. Die Mitarbeiter machen sich ernsthaft Gedanken über ihre berufliche Zukunft. Fünf Kollegen haben innerhalb der SBB bereits neue Arbeitsstellen angetreten.  
 

Bei TCC / Zentrale erfolgte im 2024 der Umzug des TCC Mitte in die Leitstelle Bahnverkehr in Bern und des TCC West in das neue Betriebsgebäude in Renens VD und sie bewähren sich. Kurze Wege unter den operativen Playern und neue Arbeitsgeräte mit funktionierender IT erleichtern die Arbeit wesentlich. In Bern sorgten primär Themen zu Beleuchtung und Klima im Kommandoraum für mehrmalige Nachbesserungen. Im Sommer 2025 wurde im TCC Mitte im KI-Sektor in der BZ Mitte das Pilotprojekt "Kundeninformation der Zukunft" gestartet. Es sollen vermehrt Synergien zwischen P und I genutzt werden. In vielen TCC herrscht Mitarbeitermangel, vor allem im TCC Ost. Dort gab es auch personelle Veränderungen und Neubesetzungen. Die Einteilungen werden je nach TCC unterschiedlich wahrgenommen. Diese wird mehrheitlich lösungs- und Mitarbeiterorientiert gemacht. In einem TCC musste aber die Personalkommission einberufen werden. Die Zukunft in der Bahnproduktion bleibt spannend; neue IT-Systeme werden die Arbeit weiter verändern. Dies wird in naher Zukunft Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse und den Personalbestand haben.

 

Das Contact Center bekam am Standort Bern noch zusätzliche Arbeitsplätze und das Leitungsteam ist nun vollständig. Die neue Leitung arbeitet zu je 50% in Brig und Bern.
Im Contact Center wurde eine neue Telefonanlage in Betrieb genommen, welche nach einigen Anfangsschwierigkeiten nun zufriedenstellend läuft.
 

Im Bereich Vertrieb wurde ein Pilotprojekt FlexShop angestossen. Dies ist ein Punktesystem, welches Flexibilität belohnt; finanzielle oder zeitliche Benefits bei kurzfristigen Arbeitseinsätzen. Damit soll die Personalmotivation erhöht und kurzfristige Arbeitseinsätze belohnt werden. Einführung per 01.01.2026 an den Bahnhöfen Zürich, Bern und Genève.
Als Reaktion auf einige Vorfälle in Reisezentren hat die SBB kurzfristig zusätzliche Massnahmen in die Sicherheit investiert. Die Geldausgabeautomaten wurden ausser Betrieb genommen. Die Nebenräume, Garderoben, Toiletten und Pausenräume sind nun alarmgesichert. Gegen Ende des Jahres wurde die SecureAlert App für alle Mitarbeitenden freigegeben. Für die Früh- und Spätdienste ist dies eine zusätzliche Sicherheitsmassnahme, welche empfohlen wird, jedoch auf Freiwilligkeit beruht. Jedes Ereignis wird im neuen ESQ Tool erfasst und auch strafrechtlich verfolgt. Auch im bedienten Vertrieb haben die verbalen – teilweise auch körperlichen – Attacken «gefühlt» zugenommen. Jeder Fall ist einer zu viel, leider ist dies eine Zeiterscheinung unserer Gesellschaft.
Die Einführung FVP@SwissPass auf 01.01.2026 löst im FVP Service eine Einsparung von 0.5 FTE aus, welche jedoch über die ordentliche Fluktuation aufgefangen wird.
Von Seiten SBB wird auf 2027 eine neue Pausenregelung angestrebt. Es sollen mindestens 45 Minuten pro Dienst eingeplant werden. Die 30 Minuten Pausen werden entfallen. Bei den Mitarbeitenden gibt es Pro und Contra Stimmen und für 2026 ist ein Uebergangsjahr geplant, wo noch kurze oder längere Pausen in den Dienstorganisationen gezeichnet werden dürfen. Es finden Gespräche von SBB mit Sozialpartnern und Personalkommission statt.
Im Laufe des Jahres 2025 erreichte uns die Meldung, dass die Infopoints an den fünf grossen Bahnhöfen aufgehoben werden. Ab Januar 2026 sind nur noch Zürich HB, Basel und Genève – Anschluss internationale Züge – mit einem mobilen Einsatzkonzept in 2-er Teams ausgerüstet.

Ich sage danke schön meinem Team der Branche P für die konstruktive und tatkräftige Unterstützung und die kameradschaftliche Aufnahme von René und mir und freue mich auf ein spannendes 2026.

Erich Habegger
Leiter Branche Personenverkehr AS

Dezember 2025